Was Sie bei der Ausgründung von Logistikprozessen beachten sollten
- Case-Study
Die Frachtkosten unserer Kunden zu senken, zählt seit Jahren zu unserer Expertise. Immerhin machen die Frachtkosten den größten Kostenblock innerhalb der Logistikkosten aus und bergen somit großes Optimierungspotenzial. Unser Kunde, ein Unternehmen aus der Automobilzulieferindustrie, bemängelte seine signifikant steigenden Seefrachtkosten. Zurückzuführen war die Kostensteigerung auf die geringe Containerauslastung von nur 60%. Somit beauftragte das Unternehmen uns damit, die Performance seines Logistikdienstleisters zu überprüfen.
Wie bei jedem Beratungsprojekt begaben wir uns im ersten Schritt an eine Ist-Aufnahme und Dokumentation der Prozesse vor Ort – bei sowohl unserem Kunden als auch seinem Logistikdienstleister, um dessen Performance zu überprüfen. Im Fokus der Analyse standen der Verladeprozess sowie die Herausforderungen, bedingt durch verschiedene Verpackungseinheiten. Außerdem widmeten wir uns der Stapelfähigkeit der Materialien. Hier herrschte aufgrund von mangelnder Informationen Unsicherheit darüber, wie die Materialien in den Behältern gestapelt werden sollen. Unser Vorschlag: Die eingesetzte Verpackung anpassen, um eine durchgängige und standardisierte Stapelung der Ware im Container zu gewährleisten.
Für den Vor-, Haupt- und Nachlauf der Seefracht führten wir ein Benchmark durch, um potenziell günstigere Dienstleister zu identifizieren und die Seefrachtkosten langfristig zu senken. Auf diese Weise können wir unserem Kunden monetär bewertbare Optimierungspotenziale aufzeigen.
Zusätzlich bestand das langfristige Ziel darin, eine für beide Parteien faire und realistische Messung auszuarbeiten. Dafür galt es zu verstehen, dass die Auslastung der Seefrachtcontainer nicht gleich deren hundertprozentiger Ausfüllung entspricht – auch das Gewicht der Containerware muss berücksichtigt werden.
Zudem waren die Füllgrade der Behälter nicht definiert. Das bedeutet, dass für die Mitarbeiter keine Vorgabe existierte, wie die Behälter zu packen waren, bevor sie auf den Seefrachtcontainer verladen wurden. Hier mussten Prozessanweisungen mit genauen Angaben her.
Ein einfaches Beispiel: Wer bei einem privaten Umzug möglichst effizient vorgehen möchte, füllt jeden Umzugskarton vermutlich zu 100% - und stellt dann fest, dass er den Karton bei einer 100%igen Auslastung nicht mehr tragen kann. Das Gewicht ist daher ebenfalls entscheidend. Das Gewicht passt, der Karton ist aber nur zur Hälfte gefüllt? Dann sollte man sich fragen, ob man die richtige Kartongröße gewählt hat. Möglicherweise empfiehlt sich ein kleinerer Karton. Immerhin möchte man keinen Platz auf dem Sprinter verschwenden.
Hinzu kam, dass der Kunde aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit von Standard-Containern auf eine Alternative zurückgegriffen hatte, die leichter am Markt zu beschaffen war. Was dabei jedoch nicht bedacht wurde: Die Abmessungen des Containers unterscheiden sich von denen eines Standard-Containers. Somit mussten die Überseeverpackungen angepasst werden.
Im Ergebnis können wir unserem Kunden Maßnahmen aufzeigen, wie er seinen Containerauslastungsgrad stufenweise von 60% auf mindestens 90% erhöhen kann. Die Entscheidung für die Umsetzung liegt, wie bei vielen Beratungsprojekten, beim Kunden. Unser Maßnahmenkatalog enthält auch die Empfehlung, wie sich die Behälterfüllgrade erhöhen und standardisieren lassen. Sollte unser Kunde alle Maßnahmen erfolgreich umsetzen, beläuft sich das von uns identifizierte Einsparpotenzial der Seefrachtkosten auf rund 80.000 € bis 120.000 € pro Jahr.